Blühflächen anlegen – worauf ist zu achten?

Blühflächen – das Thema unserer Website. Aber worauf ist bei der Anlage eigentlich genau zu achten? Für den optimalen Erfolg bedarf es die Beachtung einiger Faktoren.

Heute nehmen wir den Faktor Lage einmal genauer unter die Lupe. Die Lage ist nämlich ausschlaggebend für eine vernünftige Integration im bestehenden Ökosystem und hat im Endeffekt einen maßbeglichenen Einfluss darauf, ob die Fläche überhaupt von bedrohten Arten angenommen wird.

Entfernung zu bestehenden Biotopen

Der wichtigste Aspekt ist die Entfernung zu bestehenden Biotopen. Biotope sind räumlich begrenzte Lebensräume, die durch bestimmte Tier- und Pflanzenarten gekennzeichnet sind. Dabei kann es sich um Hecken, Waldränder, Wasserlöcher oder sonstige artenreiche Strukturen handeln. Blühflächen entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie als sogenannte SAUM-Flächen (Randstrukturen) entlang solcher bestehender Biotope angelegt werden, da bereits ein gewisser Artenreichtum existiert.

Eine Fläche inmitten eines großen Ackers würde im Zweifel von einigen weitläufigen Arten heimgesucht werden, allerdings würde viel Potential verloren gehen. Die meisten Insektenarten haben nämlich ein Einzugsgebiet, dessen Durchmesser kaum weiter ist als einige hundert Meter. Man kann das in etwa mit einem großen Supermarkt mitten auf dem Land vergleichen. Dieser würde eventuell von einigen Kunden besucht werden, allerdings wäre die Nachfrage innerhalb dicht besiedelter Gebiete deutlich größer.

Entfernung zu Siedlungen und Verkehr

Ein weiterer Aspekt ist die Entfernung zu Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen. Bei der Anlage sollte man darauf achten, dass Blühflächen nicht unmittelbar an eine viel befahrene Bahntrasse oder Straße angrenzen. Die Folge wäre eine unnötige Bedrohung für tieffliegende Insekten und Bodenlebewesen.

Zudem ist es sinnvoll breite Blühflächen anzulegen, um den Insekten möglichst viel Nahrung und Lebensraum zu bieten. Ein weiterer Grund ist die Deckung, um so Prädatoren schlechtere Chancen zu ermöglichen. Wäre ein Blühstreifen beispielweise nur 3 Meter breit, könnte ein Fuchs einfach Streife ziehen und seine Beute problemlos ausfindig machen.

Perfektes Finish:

Um den Streifen schlussendlich zu perfektionieren, sollte darauf geachtet werden, dass genügend Lichtverhältnisse vorhanden sind. Außerdem sind trockenwarme Standorte bei den meisten Arten im Pflanzen- und Tierbereich besonders beliebt. Dementsprechend wäre es von Vorteil, die Fläche an südexponierten Standorten anzulegen, um die beiden genannten Aspekte Licht und Wärme möglichst gut zu gewährleisten.


Kommen wir nochmal auf das Beispiel mit dem Supermarkt zurück.

Würde der schlecht besuchte Supermarkt auf dem Land für immer bestehen bleiben, wären die Chancen hoch, dass sich über die Jahre mehr Leute in der Gegend ansiedeln. So wäre das auch mit einer Hecke in artenarmen Regionen, die durch die Anpflanzung ein völlig neues Biotop bildet und sich über die Jahre neue Arten ansiedeln.


Aber mehr dazu in unserem nächsten Blogbeitrag rund um das Thema Landwirtschaft.